Erfahrungsbericht: Wenn man das Leben lieben kann

Erica G. ist eine agile Frau. Nach einem Urlaub mit ihrem Mann geht es ihr zunehmend schlechter. Sie hat eine Herzmuskelentzündung. Um eine Herztransplantation zu umgehen, wird die Impella® Herzpumpe eingesetzt. Nun steht sie wieder im Leben und geht neue Dinge an.

Erfahrungsbericht: Wenn man das Leben lieben kann

Es begann nach dem Urlaub

Mir macht es Spaβ, aktiv zu sein, ich reise mit meinem Mann in ferne Länder und möchte vieles erleben. Auch bei der Arbeit gab ich gerne alles — bis mein Körper stopp sagte. Als ich krank wurde, war an all das nicht mehr zu denken. Was am Anfang wie eine Grippe aussah, stellte sich als eine schwerwiegende Herzmuskelentzündung heraus. Plötzlich hatte ich eine Überlebenschance von nur noch 50 Prozent. Durch die Impella Herzpumpe und dem erstklassigen Ärzteteam des Rigshospitalet in Kopenhagen kann ich jetzt wieder mein Leben genießen. Für alle guten, aber auch schlechten Tage bin ich seither mehr als dankbar.    

Noch kurz bevor ich aufgrund meiner Erkrankung ins Krankenhaus kam, hatte ich mit meinem Mann Erik einen wunderschönen Urlaub in Berlin. Wir fuhren viel Rad, erkundeten die Stadt und genossen unsere Zeit. Eigentlich hätte ich wunderbar erholt nach Hause kommen sollen. Umso seltsamer war es, dass ich einen Tag nach meiner Rückkehr in meine Heimat Dänemark plötzlich Kopfschmerzen bekam. Normalerweise bin ich kein Typ für Kopfschmerzen, schob es jedoch auf Stress zurück und machte mir keine weiteren Gedanken. Im Laufe der Woche ging es mir aber zunehmend schlechter. Ich dachte an eine Erkältung.

Zu den typischen Symptomen kam jedoch noch eine Art Müdigkeit hinzu, die ich vorher noch nie gespürt hatte. Natürlich war ich schon manchmal müde und erschöpft, wie das jeder manchmal hat, dennoch fühlte ich zu dem Zeitpunkt eine gewisse Gleichgültigkeit, die ich weder zu Hause, noch bei der Arbeit von mir kannte. Ich versuchte, mich für irgendetwas zu interessieren oder zu motivieren, aber das war unheimlich schwer. Ich fand dafür überhaupt keinen Antrieb, geschweige denn Kraft. Das gab mir schwer zu denken.  

„Durch die Impella Herzpumpe und dem erstklassigen Ärzteteam des Rigshospitalet in Kopenhagen kann ich jetzt wieder mein Leben genießen. Für alle guten, aber auch schlechten Tage bin ich seither mehr als dankbar.“

Mehr als nur eine Erkältung

Seltsamerweise kamen dann auch noch weitere ungewöhnliche Beschwerden hinzu, wie zum Beispiel Appetitlosigkeit – was bei mir wirklich selten vorkommt. Mittlerweile hatte ich die Befürchtung, dass ich an der Schweinegrippe erkrankt war, da es mir immer schlechter ging und ich durch die Medien viel von der Erkrankung gehört hatte. Meinen Hausarzt konnte ich nicht erreichen. Auch bei den vertretenden Ärzten sah es schlecht aus, denn ich rief mitten in den Sommerferien an, in denen so gut wie alle Dänen verreisen. Am Wochenende wurde ich plötzlich bewusstlos. Als ich wieder zu mir kam, rief ich beim Notarztdienst an, den man mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst in Deutschland vergleichen kann.

Ärztliche Hilfe wird benötigt

In der Hauptstadtregion rund um Kopenhagen wählt man zunächst diesen Notarztdienst. Ärzte und Krankenschwestern schätzen den Gesundheitszustand des anrufenden Patienten ein und entscheiden dann, ob man in die Notaufnahme aufgenommen werden sollte. Am Telefon beruhigte man mich und versicherte mir, dass Menschen aufgrund einer Grippe häufig bewusstlos werden und ich deshalb nicht in die Notaufnahme müsse. Über das Wochenende wurde mein Zustand aber immer schlimmer: Ich hatte starke Wahrnehmungsstörungen, konnte nicht mehr klar denken und hatte so große Probleme beim Atmen, dass mein Mann Eric wieder versuchte, einen Arzt zu kontaktieren. Er hatte Glück und konnte ihn erreichen – eine gute Nachricht. Doch die schlechte folgte gleich darauf: Leider hatte der Arzt keine Zeit für einen Besuch, doch er glaubte mir und riet mir, erneut beim Notdienst anzurufen — diesmal gaben sie mir dort das OK. Noch am selben Abend fuhr mein Mann mich in das nächste Krankenhaus.

Das Herz ist schwer betroffen

Vor Ort ging es mir wirklich schlecht. Ich musste mich übergeben und der Arzt konnte meinen Puls nicht fühlen. Ich kam umgehend in die Notaufnahme. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich nicht richtig atmen und niemand wusste, was mit mir los war – ich selber auch nicht. Zur Sicherheit wurde ich zunächst unter eine Art Quarantäne gestellt. Das medizinische Team führte eine Computertomographie (CT) durch. Schnell fanden sie die Ursache für meinen Zustand: Wasser hatte sich in meiner Lunge gesammelt. Zu diesem Zeitpunkt kannte man den Grund noch nicht, also wurden weitere Tests durchgeführt, an die ich mich leider nicht mehr erinnere. In der Nacht bin ich schließlich aufgewacht und der über mich gebeugte Arzt teilte mir mit, dass mein Herz schwer betroffen sei.

Fachwissen und schnelle Diagnose

Als feststand, dass etwas mit meinem Herzen nicht stimmte, wurde ich in das Rigshospitalet nach Kopenhagen überwiesen, das eine spezialisierte Abteilung für die Diagnose und Behandlung jeglicher Herzerkrankungen besitzt. Ich rechne es dem ersten Krankenhaus noch immer hoch an, dass es so professionell mit der Situation umgegangen ist und erkannt hatte, dass ein spezialisiertes Krankenhaus benötigt wird. Als ich im Rigshospitalet ankam, lag meine Herzleistung bei nur noch fünf Prozent. Zu diesem Zeitpunkt fühlte sich alles nur noch sehr unwirklich an. Ich sollte eigentlich in Bestform sein, denn ich trieb viel Sport und ernährte mich gesund. Und noch immer sagte mir ein Teil meines Gehirns: „Du bist noch nicht am Tiefpunkt angelangt“. Der andere Teil nahm nicht mehr wahr, was mit mir und um mich herum geschah.

Morgens um 4.30 Uhr untersuchte mich ein kardiologisches Team. Sie konnten keine Herzblockade oder Ablagerung von Cholesterin erkennen. Mein Herz war somit in Ordnung, die Arterien sahen auch gut aus. In der Untersuchung stellten sie allerdings fest, dass mein Immunsystem sich gegen meinen Körper richtete und eine Herzmuskelentzündung auslöst, die dafür sorgte, dass mein Herz immer schwächer wurde.

„Seit meinem Eingriff vor etwa zwei Jahren habe ich ein Foto von mir und „meiner Impella“, wie ich sie liebevoll nenne. Ich bin sozusagen ihr größter Fan.“

Zwei Möglichkeiten, mein Leben zu retten

Mir standen zwei Optionen zur Auswahl: ich konnte mich einer Herztransplantation unterziehen oder mich mit der Impella Herzpumpe in Kombination mit Medikamenten behandeln lassen. Die Ärzte entschieden sich für letzteres, setzten mich zur Sicherheit aber auch umgehend auf die Liste für ein Spenderherz.

Schließlich wurde mir die Impella über die Leiste eingesetzt, um meinen Kreislauf aufrecht zu erhalten. Das war notwendig, damit mein Herz sich erholen konnte, denn alleine war mein Körper dazu nicht mehr in der Lage. Über mehrere Tage unterstütze sie mein Herz und war so lange im Einsatz, bis mein Herz die notwendigen Aufgaben wieder selbst übernehmen konnte. Nicht alles war sofort in Ordnung, doch meine Herztätigkeit wurde deutlich besser. Seit meinem Eingriff vor etwa zwei Jahren habe ich ein Foto von mir und „meiner Impella“, wie ich sie liebevoll nenne. Ich bin sozusagen ihr größter Fan.

Dankbar für die gute Unterstützung

Das Team des Rigshospitalet in Kopenhagen achtete darauf, dass es mir möglichst gut ging. Dies zeigte sich in vielen kleinen Gesten. Beispielsweise gaben sie mir Eiswürfel zum Lutschen, da es mitten im Sommer und unglaublich warm war. Dafür und für alle weitere Unterstützung bin ich wirklich sehr dankbar. Ich habe aber auch meiner Familie viel zu verdanken, insbesondere meinem Mann. Ihn habe ich damals bei einer Reise durch Brasilien kennengelernt. Für ihn bin ich aus den USA nach Dänemark gezogen und seither reisen wir nicht nur mit größter Freude zusammen, sondern können uns auch immer aufeinander verlassen. Auch meine Tochter und mein Sohn, damals 13 und 11 Jahre alt, unterstützen mich während dieser Zeit. Meine Tochter möchte seit dem Vorfall sogar Medizin studieren. Meine Mutter flog extra aus den USA nach Dänemark, um für mich da zu sein. All das half mir sehr.

„Ich hatte eine Überlebenschance von nur 50 Prozent — ich hatte also sehr, sehr viel Glück und schätze mein Leben nun deutlich mehr. Ich möchte in Zukunft imstande sein, das Leben noch ausgiebiger so zu akzeptieren, wie es ist, mit allen guten sowie schlechten Tagen.“

Weil es nicht immer nur bergauf gehen kann

Ich erholte mich und es bestand keine akute Lebensgefahr mehr, weshalb ich in die Abteilung für Herz- und Lungenpatienten verlegt wurde. Da ich zunächst sehr schwach war, musste ich üben, wieder zu laufen und zu essen. Als ich acht Tage später nach Hause entlassen wurde, fühlte ich mich zunächst, als wäre ich 90 Jahre alt. Es gab zwar immer wieder Rückschläge und manchmal machte ich nur kleine Fortschritte, aber mein Zustand besserte sich und ich fühlte mich zunehmend jünger. Dabei waren nicht nur die verschriebenen Medikamente hilfreich, sondern auch verschiedene Atemtechniken, durch die ich lernte, bedrückende Erinnerungen an meine Krankheit „wegzuatmen“.

Positive Veränderungen

Heute hat sich mein Herz erholt und meine Herzfunktion liegt bei 60 Prozent. Ich stehe wieder im Leben und probiere neue Dinge aus. Beispielsweise male ich seit etwa eineinhalb Jahren mit Acrylfarben. Noch bin ich erst im Anfängerstadium, aber mir macht es einfach Spaß und ich experimentiere gerne. Ich ernähre mich auch weiterhin gesund und bin körperlich aktiv, um meinem Körper etwas Gutes zu tun.

Ich hatte eine Überlebenschance von nur 50 Prozent — ich hatte also sehr, sehr viel Glück und schätze mein Leben nun deutlich mehr. Ich möchte in Zukunft imstande sein, das Leben noch ausgiebiger so zu akzeptieren, wie es ist, mit allen guten sowie schlechten Tagen.