Erfahrungsbericht: Nichts geht über die eigene Gesundheit

Als die Medizinstudentin Charlotte unter Atemnot und Herzstolpern leidet, finden Ärzte eine Herzrhythmusstörung als Ursache. Mit Hilfe der Impella® Herzpumpe konnte wieder ein stabiler Herzrhythmus ausgelöst und ihr ein normales Leben ermöglicht werden.

Erfahrungsbericht: Nichts geht über die eigene Gesundheit

Es begann mit Atemnot und Herzaussetzern

Als Medizinstudentin kenne ich mich eigentlich mit Erkrankungen aus. Dennoch stand ich mit meinen 25 Jahren dem Tode schon wirklich nahe. Das, was ich als Herzstolpern verharmlost habe, stellte sich als Herzrhythmusstörung heraus. Das Ärzteteam des Herzzentrums Dresden gab alles, um mich am Leben zu halten. Doch erst als die Herzpumpe Impella zum Einsatz kam, ging es wieder bergauf. Dass ich heute sogar leistungsfähiger als in den letzten Jahren bin, grenzt fast an ein Wunder. Ohne jegliche Folgen konnte ich problemlos an mein Medizinstudium anknüpfen – mein Leben gehe ich seither aber anders an.

Ich bin in Berlin aufgewachsen, für mein Medizinstudium zog es mich aber nach Dresden. Auch wenn das Studium zeitweise recht stressig ist, versuche ich mein Studentenleben zu genießen. Ich treffe mich gerne mit Freunden, dann kochen wir gemeinsam oder gehen etwas trinken. Trotz Stress habe ich immer versucht, meinem Körper etwas Gutes zu tun und Sport zu treiben – auch wenn ich mir dazu oft einen Ruck geben musste. Im Oktober 2015 merkte ich dann aber, dass ich ständig außer Atem war. Ich dachte aber an nichts Schlimmes und schob es auf meine Unsportlichkeit. Beim Sport fühlte ich auch das erste Mal gewisse Herzaussetzer, die mir zunächst Sorgen bereiteten. Aber als Medizinstudent schiebt man solche Gedanken schnell darauf, dass man ein Hypochonder ist. Für mich war klar, dass ich wohl wieder regelmäßiger Sport treiben müsse, dann würde das schon weggehen. Das war jedoch nicht der Fall und als ich im Liegen vor Atemnot kaum mehr schlafen konnte wusste ich: das kann nicht normal sein.

Dass ich heute sogar leistungsfähiger als in den letzten Jahren bin, grenzt fast an ein Wunder. Ohne jegliche Folgen konnte ich problemlos an mein Medizinstudium anknüpfen – mein Leben gehe ich seither aber anders an

  

Ein paar Herzschläge zu viel

Da mein Zustand immer schlimmer wurde, meldete ich mich im bei einem Kardiologen. Zu dem Zeitpunkt waren mir mein Studium und die anstehenden Klausuren allerdings wichtiger. Da es mir besserging, ließ ich den Termin ausfallen – eine schlechte Entscheidung. Mich holte kurze Zeit später wieder das Herzstolpern ein und ich litt erneut unter Atemnot. Ich ging zu meiner Hausärztin, die mich umgehend zum Kardiologen überwies.

Da es sich als wirklich schwierig erwies, kurzfristig einen Termin bei einem Kardiologen zu finden, wandte ich mich an das Herzzentrum in Dresden. Dort wurde mein Herz verschiedenen Untersuchungen unterzogen. Der behandelnde Arzt erkannte, dass etwas nicht stimmte, konnte aber noch nicht genau feststellen, was. Deshalb wurde eine elektrophysiologische Untersuchung (EPU) durchgeführt und festgestellt, dass ich unter einer Herzrhythmusstörung litt. Das Herzstolpern, das ich spürte, wurde durch zusätzliche Herzschläge verursacht, die außerhalb meines normalen Rhythmus auftraten. Gleich im Anschluss wurde ich einer Ablation unterzogen. Ziel dieser Ablation ist es, durch die Verödung des Herzmuskelgewebes, das die Herzrhythmusstörung hervorruft, wieder in den normalen Rhythmus zu gelangen. Und es funktionierte: Mein Herz schlug wieder im normalen Rhythmus.

Ständig außer Puste

Leider hielt das nicht lange an und schon am nächsten Tag litt ich wieder unter unregelmäßigen Herzschlägen. Mittlerweile spielte mein Herz verrückt und somit auch mein Alltag: in den Vorlesungen konnte ich mich nicht mehr richtig konzentrieren. Jeden Moment hatte ich das Gefühl, umzukippen. Selbst in ruhigen Situationen lag mein Puls bei 140. Nicht einmal das Treppensteigen konnte ich ohne mehrfache Pausen meistern – schon im zweiten Stock rang ich nach Atem. Daraufhin wandte ich mich wieder an das Herzzentrum für eine zweite EPU. Da meine Eltern gerade im Urlaub waren, begleiteten mich meine ältere Schwester Luise und mein Freund.

 

Erst als Dr. Ibrahim hinzukam und mir die Impella Herzpumpe platzierte, konnte wieder ein normaler Herzrhythmus ausgelöst werden. Hätte es die Impella nicht gegeben, wäre ich heute wahrscheinlich nicht hier.

  

Kleine Pumpe mit großer Wirkung

Weil nach der ersten Behandlung erneut Herzstolpern auftrat, wollten die Ärzte vor Ort testen, ob sie eine Herzrhythmusstörung auslösen können. Mithilfe von Medikamenten wurde mein Herz testweise gereizt und ich bekam Kammerflimmern. In dieser Situation zuckt das Herz mit einer hohen Frequenz, pumpt aber nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper.

Zum Glück war ich schon im Krankenhaus und die Ärzte konnten direkt die notwendigen Maßnahmen ergreifen: Mein Körper wurde runtergekühlt um Folgeschäden zu vermeiden und ich wurde in ein künstliches Koma versetzt. Eine ganze Stunde lang wurde ich von 15 Ärzten reanimiert, die alles gaben, um mich am Leben zu halten – doch leider blieben alle Versuche erfolglos. Erst als Dr. Ibrahim hinzukam und mir die Impella Herzpumpe platzierte, konnte wieder ein normaler Herzrhythmus ausgelöst werden. Hätte es die Impella nicht gegeben, wäre ich heute wahrscheinlich nicht hier.

Es geht wieder bergauf

Als ich zu mir kam und die Augen öffnete war es meine Schwester Juliane, die ich als erstes wahrnahm. Sie führte neurologische Tests an mir durch, um nervliche Schäden durch den Vorfall auszuschließen. Die Medikamente machten mich noch etwas benommen, dennoch war sie mit meinem Ergebnis zufrieden. Mein Herz war zwar noch schwach, aber es konnte wieder von selbst pumpen, weshalb die Impella nach ihrem eintägigen Einsatz wieder entfernt werden konnte. Für eine Woche blieb ich noch im Krankenhaus. Die nutzte ich, um mich bei allen Ärzten und Krankenschwestern für ihren Einsatz zu bedanken. Während des gesamten Aufenthalts habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Auch meine Familie war während dieser Zeit für mich da. Über jeden Einzelnen, der mich besuchte, war ich sehr froh.

Schnell fand ich mich wieder in meinen Alltag ein, denn ich war deutlich fitter als vor den Untersuchungen – schließlich hatte ich kein Herzstolpern mehr. Meine Herzfrequenz hat sich seither wieder beruhigt und mein Puls ist nur noch halb so hoch. Aktuell bin ich wieder auf dem Stand einer 25-jährigen: aus der Puste bringt mich schon lange nichts mehr. Auch wenn es mir heute wieder gut geht, denke ich noch oft daran, was passiert ist. Ich bin einfach froh, dass es die Impella gab und ich jetzt wieder im Leben stehe. Mit der Impella kam ich später erneut in Berührung, jedoch als Teil meiner Reanimationsvorlesung, die ich eine Woche nach meiner Entlassung besuchte.

Das Leben wieder mehr genießen

Auch wenn ich diese Erfahrung nicht noch einmal durchleben möchte, habe ich einiges daraus lernen können. Zum Beispiel, dass meine Gesundheit an erster Stelle steht und es sich nicht lohnt, das ganze Leben zu planen. Auch wenn ich für mein Studium brenne, möchte ich in Zukunft meine Zeit genießen. Die Situation hat mir auch gezeigt, wie es ist, in der Situation eines Patienten zu stecken. Für mich war es unheimlich wichtig, mich aufgehoben zu fühlen. Hierfür war es hilfreich, dass mich die Ärzte und Krankenschwestern immer über meinen Gesundheitszustand und anstehende Maßnahmen informiert haben. Genauso möchte ich später auch als Ärztin mit meinen Patienten umgehen und ihnen vermitteln, dass sie mir vertrauen können und wissen, dass ich für sie da bin.