Erfahrungsbericht: Mein Mann hatte einen Herzinfarkt

Für Familie Gollnick war der Herzinfarkt von Vater Claus ein Schock. Doch mit dem Einsatz einer Herzpumpe konnte sich sein Herz nach der Reanimation wieder erholen. Heute ist die Familie glücklich und dankbar, dass Claus Gollnick wieder zu Hause ist. Frau Gollnick berichtet.

Erfahrungsbericht: Mein Mann hatte einen Herzinfarkt

Herzinfarkt in der Nacht

In der Nacht vom 18.07.2013 änderte sich unser Leben schlagartig. Gegen vier Uhr morgens bin ich von einem Röcheln meines Mannes wach geworden. Noch ganz verschlafen brauchte ich ein paar Minuten ehe ich realisiert habe, dass mein Mann nicht ansprechbar ist.

Wir riefen sofort den Notarzt. Durch Anweisungen über die Notrufzentrale begann mein Sohn Kai (damals 16 Jahre alt) mit der Herzdruckmassage. Diese setzte er zusammen mit unserem Nachbarn fort, bis der Notarzt eintraf.

Mein Mann musste insgesamt 75 Minuten wiederbelebt werden.

  

Ungewissheit nach dem Infarkt

In der Klinik wurde ein starker Vorderwandinfarkt festgestellt. Der Druck auf das Gehirn war hoch und die Nieren versagten. Keiner wusste zu diesem Zeitpunkt, ob mein Mann überleben würde. Nach der Ankunft im Universitätsklinikum Bonn wurde ihm für über 4 Tage und 8 Stunden eine Herzpumpe eingesetzt. Diese Herzpumpe gibt dem Herzen die Chance zur Erholung.

Es folgten Wochen des Bangens mit starken Rückschlägen: beidseitige Lungenentzündung, Luftröhrenschnitt, künstliche Beatmung. Als mein Mann knapp einen Monat nach dem Infarkt zum ersten Mal mit uns durch ein Sprachröhrchen wieder sprechen konnte, waren wir alle überwältigt vor Glück. Professor Schwab, Oberarzt an der Medizinischen Klinik II und Dr. Fuchs, Assistenzärztin der Inneren Medizin, die meinen Mann während dieser schwierigen Zeit betreuten, sprachen vom „Wunder des Jahres 2013“.

Zusammenhalt in schwierigen Zeiten

Nach kurzen Momenten des Glücks folgten weitere schwere Wochen für uns alle: Fieber und wieder eine beidseitige Lungenentzündung. Dennoch unterstützten wir ihn alle. Wir sagten ihm, dass wir ihn brauchen und er für seine Familie kämpfen muss. In einer mühsamen Reha musste er alles wieder neu erlernen. Nach mehr als 4 Monaten durften wir unseren Mann und Papa dann endlich mit zu uns nach Hause nehmen.

Wir waren überglücklich als wir wieder gemeinsam seinen Geburtstag und Weihnachten feiern konnten.