Erfahrungsbericht: Eine zweite Chance für mein Herz

Volker Dahrendorf ist ein gesunder Mensch – bis der 61-Jährige immer schlechter Luft bekommt. Die Ärzte stellen eine Herzmuskelentzündung fest. Mit Hilfe der Impella® Herzpumpe konnte eine Herztransplantation umgangen und die Herzleistung gesteigert werden.

Erfahrungsbericht: Eine zweite Chance für mein Herz

Gesundheit ist das Allerwichtigste

Eigentlich war ich nie krank – und selbst wenn, dann war es meistens nicht so schlimm und ich konnte trotzdem weiter zur Arbeit gehen. Im letzten Jahr bekam ich von heute auf morgen plötzlich zunehmend Atemnot – dabei bin ich doch gerade einmal 61 Jahre alt. Ich dachte mir, das wird wohl mit frischer Luft besser werden und ging viel spazieren. Auch meine Ärzte ahnten lange Zeit nicht, dass es sich um eine schwerwiegende Erkrankung handelt. Erst als es beinahe zu spät war und die Funktion meines Herzes bereits unter 10 Prozent lag, wurde die richtige Ursache entdeckt. Meine Ärzte versuchten, mein Herz zu retten und setzten mir die Impella Pumpe ein. Mit ihrer Unterstützung konnte mein Herz innerhalb weniger Wochen seine Leistung zurückgewinnen. Heute weiß ich, dass Gesundheit das Allerwichtigste ist.

Mit der Atemlosigkeit ging alles los. Ich kam plötzlich beim bergauf Laufen ins Schnaufen und musste an jedem Treppenabsatz Pausen machen. Ich dachte, es könnte vielleicht Asthma sein. Als es immer schlimmer wurde, suchte ich eine Lungenspezialistin auf, die mir schließlich auch Medikamente gegen Asthma verschrieb. Und damit wurde es tatsächlich besser. Ich ging nach Hause und dachte, das Problem sei gelöst. Doch dann kam der Tag, an den ich mich nur ungern zurückerinnere. Ich war allein zu Hause und bekam plötzlich keine Luft mehr. Ich schaffte es gerade noch so die 112 zu wählen und dem Rettungsdienst die Tür zu öffnen. An ein Sauerstoffgerät angeschlossen ging es ins Notfallkrankenhaus und dort bekam ich die Diagnose. Zwar hatte ich auch Wasser in der Lunge, was meine Atemnot erklärte, die eigentliche Ursache für meinen Zustand war aber das Herz.

Doch dann kam der Tag, an den ich mich nur ungern zurückerinnere. Ich war allein zu Hause und bekam plötzlich keine Luft mehr. Ich schaffte es gerade noch so die 112 zu wählen und dem Rettungsdienst die Tür zu öffnen.

  

Das Herz suchte Erholung

Bei der Untersuchung mit einem Herzkatheter wurde eine Myokarditis – eine Herzmuskelentzündung – festgestellt, die vermutlich von einer verschleppten Krankheit kam. Auch wenn ich nie Fieber hatte, kann eine Infektion der Auslöser dafür gewesen sein, erklärten mir die Ärzte. Da mein Fall sehr kompliziert war, brauchte ich besondere fachliche Betreuung und ich wurde deshalb nach wenigen Tagen in das Deutsche Herzzentrum Berlin transportiert. Dort sah ich dann auch meine Frau endlich wieder. Man hatte ihr mitgeteilt, dass mein Zustand so schlimm sei, dass ich vermutlich eine Herztransplantation bräuchte. Für meine Frau, die der Auffassung ist, dass das Herz der Ort der Gefühle ist, war diese Vorstellung schrecklich. Sie wollte ihren alten Ehemann mit seinem alten Herz haben und keinen Mann mit fremdem Herz. Weil mein Herz sehr schwach war und es Probleme dabei gab, den Kreislauf aufrechtzuerhalten, entschieden sich meine Ärzte zunächst für die Impella Herzpumpe. Damit sollte es sich erholen, um hinterher hoffentlich wieder alleine arbeiten zu können.

Da ich medikamentös behandelt wurde und längeres Liegen dabei zu einem Muskelabbau hätte führen können, wurde mir die Impella über die Achselhöhle eingesetzt. Dies hatte den Vorteil, dass ich mich mit der Herzpumpe bewegen konnte. Kurz darauf hatte ich einen Hustenkrampf und wurde für 24 Stunden ins Wachkoma gelegt, aber daraufhin erholte ich mich mit der Impella gut. Schon nach zwei Tagen konnte ich mich wieder hinsetzen, nach vier stand ich das erste Mal auf und machte ein paar Schritte. Noch einige Zeit sollte die kleine Pumpe in meinem Herzen bleiben und es bei der Sauerstoffversorgung meines Körpers unterstützen. Die ganze Zeit über lag ich dabei auf der Intensivstation. Damit mir die Decke nicht auf den Kopf fiel, bastelte ich und beschäftigte mich mit allem Möglichen. Ich lebte mich dort gut ein, verstand mich mit den Schwestern und feierte sogar auf der Intensivstation meinen Geburtstag mit ein paar Bekannten. Als mir dann die Impella wieder entfernt wurde, trat ein, womit keiner gerechnet hatte: mein Herz kam nicht ins Stottern, gewann sogar an Leistung dazu!

Eine Kämpfernatur gibt nie auf

Tatsächlich hatte mein Herz zu diesem Zeitpunkt bereits wieder eine normale Leistung von 50 Prozent - niemand hätte damit gerechnet, dass es sich so gut erholt hatte. Eine Transplantation war nun nicht mehr nötig, ich kam zurück auf die Normalstation und ging dann für vier Wochen in eine Kardiologie-Reha. Aufgrund der vielen Medikamente konnte eine Wunde an meiner Hand nicht richtig heilen und musste schließlich mehrere Male operiert werden. Auch mit dem Rücken bekam ich Probleme und ging deswegen in eine orthopädische Reha. Selbst als eine Operation mit Vollnarkose folgte, blieb mein Herz stark. Meine Muskeln wurden durch all dies stark geschwächt, aber ich bin eine Kämpfernatur und deswegen habe ich nicht aufgehört, mich zu bewegen, um wieder gesund zu werden.

 

Im Nachhinein hat mir die Impella in gewisser Weise das Leben gerettet. Wäre sie nicht gewesen, hätte sich mein Herz vermutlich nicht so gut erholen können.

  

Mehr Achtsamkeit

Heute, ein Jahr später, nehme ich nur noch vier Medikamente, anstatt beinahe zwanzig. Mein Blutdruck ist im grünen Bereich, lediglich mein Ruhepuls ist noch etwas zu schnell. Im Vergleich zu früher mache ich inzwischen deutlich mehr Sport, auch unabhängig von der Orthopädie-Reha und der Krankengymnastik. Dadurch habe ich bereits 15 Kilo Gewicht verloren, was ich auf jeden Fall halten möchte. Generell achte ich jetzt mehr auf mich und meine Gesundheit. Ich will nicht darauf angewiesen sein, so viele Medikamente einnehmen zu müssen und nehme das lieber selbst in die Hand. Deswegen versuche ich, viel Sport zu treiben und meine Ernährung zu verbessern. Ich weiß jetzt, dass ich meine Prioritäten anders setzen muss, denn Gesundheit lässt sich nun mal nicht kaufen. Im Nachhinein hat mir die Impella in gewisser Weise das Leben gerettet. Wäre sie nicht gewesen, hätte sich mein Herz vermutlich nicht so gut erholen können. Ich bin sehr dankbar, dass sie mir in dieser kritischen Zeit helfen und dann problemlos wieder herausgenommen werden konnte. Auch meine Frau ist erleichtert, dass kein transplantiertes Herz in mir schlägt, sondern immer noch mein eigenes.