Medikamente bei koronarer Herzerkrankung und Herzinsuffizienz

Koronare Herzerkrankung und Herzinsuffizienz sind weitverbreitete Herzkrankheiten. Neben operativen Methoden gibt es auch die Möglichkeit einer Therapie mit Medikamenten. Welche Medikamente in Frage kommen und wie diese eingesetzt werden, erfahren sie im nachfolgenden.

Medikamente bei koronarer Herzerkrankung und Herzinsuffizienz

Welche Medikamente bekomme ich bei einer koronaren Herzkrankheit?

Die wichtigsten Medikamente in der Behandlung einer koronaren Herzkranhkeit (KHK) sind sogenannte Thrombozytenaggregationshemmer und Statine.

Thrombozytenaggregationshemmer

Die Thrombozytenaggregationshemmer (oft auch Gerinnungshemmer genannt) verhindern, dass sich Blutplättchen an vorhandene Ablagerungen in den Gefäßen anlagern. Diese Anlagerungen von Blutplättchen nennt man Thromben und sie sind eine häufige Ursache für Herzinfarkte. Thrombozytenaggregationshemmer sind also wichtig, um die Herzkranzgefäße frei von Thromben zu halten und einen Herzinfarkt zu vermeiden.

Am häufigsten wird Acetylsalicylsäure als Thrombozytenaggregationshemmer eingesetzt. Falls Sie allergisch auf Acetylsalicylsäurere reagieren, weisen Sie Ihren Arzt darauf hin. Es gibt alternative Medikamente wie zum Beispiel Clopidogrel.

Statine

Statine verbessern das Blutfettprofil, indem sie die Bildung von Cholesterin regulieren. Dadurch wird die Bildung weiterer Plaques verhindert. Auch sie halten also die Gefäße von Ablagerungen frei und ergänzen die Thrombozytenaggregationshemmer.

Weitere Medikamente und Verfahren zur Behandlung der KHK

Je nach Begleiterkrankungen können zusätzlich andere Medikamente zum Einsatz kommen, beispielsweise um eine Nierenschwäche oder einen Diabetes mellitus zu behandeln.

Wenn mehrere Koronargefäße betroffen sind oder eine starke Einengung vorliegt, kann zusätzlich zu einer medikamentösen Therapie ein sogenanntes Revaskularisierungsverfahren notwendig sein. Dabei wird das verengte oder verschlossene Herzkranzgefäß mit einem Stent offengehalten oder mit einem Bypass umgangen.

Welche Medikamente bekomme ich bei einer Herzschwäche?

Eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) durch einen geschädigten Herzmuskel ist nicht heilbar. Diese Schädigung kann z.B. durch eine koronare Herzerkankung entstehen, wenn das Herz nicht mehr mit genügend sauerstoffreichem Blut versorgt werden kann. Durch eine individuell abgestimmte medikamentöse Therapie ist es dennoch möglich eine gute Lebensqualität beizubehalten.

Herzinsuffizienz – Den Teufelskreis durchbrechen

Mit Medikamenten gegen eine Herzschwäche wird versucht den Teufelskreis der Krankheit zu durchbrechen. Diese Abwärtsspirale beginnt, wenn der Körper versucht die verringerte Leistung des geschwächten Herzens auszugleichen. Gefäße werden enger gestellt, damit Blut schneller fließen kann. Dabei steigt als unerwünschte Nebenwirkung der Blutdruck und das Herz muss stärker arbeiten um die gleiche Menge Blut zu transportieren. Diese Anstrengung schwächt das erkrankte Herz weiter, weshalb der Blutdruck noch weiter gesteigert werden muss. Diese Abwärtsspirale gilt es zu durchbrechen.

ACE-Hemmer und Betablocker zur Therapie der Herzinsuffizienz

ACE-Hemmer und Betablocker werden am häufigsten in der Therapie der Herzschwäche angewandt. Sie senken beide den Blutdruck. Während ACE-Hemmer die Engstellung von Gefäßen verhindern, sorgen Betablocker für einen niedrigeren Blutdruck durch die Blockade von Beta-Rezeptoren. Werden diese Rezeptoren blockiert, können die Gefäße weniger stark durch das Stresshormon Adrenalin enggestellt werden.

Diese beiden Medikamente setzen also direkt am Teufelskreis an. Andere Medikamente lindern hingegen die Symptome einer Herzinsuffizienz.

Herzschwäche – Wie kann man Symptome lindern?

Wasser wird in ein Glas gegossen

Wassereinlagerungen in den Gliedmaßen oder sogar in der Lunge treten bei Herzschwächen häufig auf. Sie werden durch sogenannte Diuretika behandelt. Das sind harntreibende Medikamente, die oft direkt mit anderen Herzmedikamenten kombiniert werden. Sie beeinflussen neben dem Wasserhaushalt auch den Elektrolythaushalt des Körpers.

Zusammen mit Ihrem Arzt ist deshalb eine genaue Dosierung der Diuretika wichtig um Nebenwirkungen zu verhindern. Bei einem Mangel des Elektrolytes Kalium kann es beispielsweise zu gefährlichen Komplikationen wie Herzrythmusstörungen kommen. Außerdem sollte die täglich getrunkene Menge Wasser reguliert werden, damit dem Körper nicht zu viel oder zu wenig Wasser zur Verfügung steht.

Ärztin beim Gespräch mit einer Patientin

Nebenwirkungen von Herzmedikamenten

Ihr Arzt weiß, welches Medikament bei Ihnen eingesetzt werden sollte und kann Sie auch über die Wirkweise genauer informieren. Jedes wirksame Medikament kann unerwünschte Nebenwirkungen haben, wie das Beispiel der Diuretika zeigt. Weitere Beispiele können Sie der Packungsbeilage Ihrer Medikamente entnehmen. Dort ist genau aufgelistet, wie häufig welche Nebenwirkung zu erwarten ist.

Nebenwirkungen sind normal und können durch eine genaue Einstellung der Dosierung verringert werden. Ihr Arzt wird Ihnen die Medikamente in der Menge verschreiben, die ein Gleichgewicht zwischen einer möglichst guten Wirkung und möglichst geringen unerwünschten Nebenwirkungen sicherstellt. Nehmen Sie alle Medikamente wie von Ihrem Arzt empfohlen ein. Wenn Sie unsicher sind, hilft er Ihnen gerne mit mehr Informationen weiter.